Bones` Seite

Auf dieser Seite versuchen wir, euch das Leben von “Bones”, nach ihrer Welpenzeit in unserer Kinderstube bei Austrian Border näher zu bringen. Die Beiträge resultieren aus Erzählungen, Mails und Fotos von Rosa.

Tag 1: Der Welpenabholtag
08:30 Uhr – und es geht los! Die 10 Minuten Fahrzeit kommen mir vor wie ein halbe Ewigkeit. Aber nach dieser Ewigkeit beginnt die Zeit zu rasen. Bones sieht mich an, Bones spielt mit Baby, Bones interagiert mit ihrer Mami, Bones kommt zu mir, Bones liegt auf meinem Schoß, Bones frisst Leckerli, Bones Bones Bones… :D Es ist soweit – der kleine Wirbelwind darf mit nach Hause und ja, es wird allerhöchste Zeit!

Tag 2: Pläne vs. Realität


Gut 6 Stunden hat sie durchgehalten!! Die erste Nacht ist gut überstanden und alle sind ein bisschen verschlafen aber sehr sehr happy. Die Liste für Tag 2 ist lang und Bones voller Tatendrang. Also geht´s nach dem morgendlichen Geschäft gleich an die „Arbeit“ – die erst Klickersession beginnt. Bones findet das total lustig – falsch kann sie sowieso nichts machen und es wurde ohnehin längst Zeit für´s Frühstück. Darauf folgt spielen, schmusen und wieder schlafen – jedenfalls für die Mädls, David hält Wache und befördert Bones sofort nach dem Aufstehen wieder in den Garten. Draußen pinkeln ist selbst bei dieser Kälte ok, solang danach ausgiebig gespielt wird. Soweit sind Plan und Realität sehr nahe bei einander und es wird der erste „Rudelausflug“ gestartet – am Bach entlang zum Nachbarhaus und wieder zurück. Bones findet auch das lustig und erkundet jeden Gras- und Brennnesselhalm. Tja, und genau hier beginnt sich die Realität deutlich vom Plan zu unterscheiden, denn die weichen Welpleinpfötchen sind noch sehr empfindlich und Bones zeigt deutlich, dass Brennnesseln der Schrecken ihrer bisherigen Welt sind. Es folgen geschlagene drei Stunden, in denen die Welpen- genauso wie die Menschenwelt Kopf steht.
Welpe weint – Welpe schreit – Rosa versucht abzulenken – David recherchiert im Internet: Kaltes Wasser hilft: Die Badewanne wird eingelassen, ein Handtuch ausgelegt und das schreiende Welplein mit den inzwischen riesengroßen Augen hineingesetzt. Es folgt allgemeine Erleichterung – Bones ist ruhig und entspannt langsam. Die Badewanne ist auch ok – auch dieses Wasser kann man anscheinend trinken und Leckerli gibt´s natürlich auch.
Es geht raus aus der Wanne, ab in ein Handtuch und auf die Couch – den Schreck verdauen. Soweit zum Plan. Kaum auf der Couch beginnt sich die Maus zu winden und zu fiepen. Sie rennt wie verrückt durch die Wohnung, springt kopfüber auf ihr Bett, leckt und kaut an den Pfötchen und schreit und hechelt und schreit. Spätestens jetzt herrscht Ratlosigkeit und das Menschenherz zerspringt beinahe, weil das Baby wohl durch unerträgliche Qualen gehen muss.
„Ablenkung“ heißt die neue Idee: Ab nach draußen mit dem Spieli an der Schnur – das findet Bones total klasse. Und tatsächlich – draußen ist die Welt interessanter, das Spielen mit den Menschen lustig und das Leid der Brennnesselverschwörung vergessen. Allgemeine Erleichterung kehrt ein und die Rückkehr ins Haus mit einem nun wirklich gut müden Welpen wird voller Zuversicht angetreten.
Tja, drinnen fällt Ms. Bones ein, dass dieses Gefühl an den Pfoten doch ziemlich unerträglich ist und sowohl Puppyleckerschmeckerfutter an Lachsöl als auch eine (jedenfalls für Hundenasen) wohl unwiderstehlich duftende Rinderhaut können das Leid nur kurzfristig lindern, sehr sehr kurzfristig, Und kaum ein Vegetarier dieser Welt hat jemals so auf die Wirkung von einem Stück Haut in der Hand gezählt.
In korrektem Ablauf heißt es dann: schreien – Badewanne – schreien – Spielangebot drinnen – schreien – Spielangebot mit anderem Spielzeug drinnen (begleitet von Schreien) – raus in die Kälte (wo alles auf wundersame Weise wieder gut wird, sofern das Spieli an der Schnur involviert ist) – ab ins Haus und alles wieder von vorne.
Zwischendurch beginne ich an meiner Hundekompetenz zu zweifeln, frage mich, ob sie mich tatsächlich schon manipuliert, um nach draußen zu kommen. Doch nach einem Blick in die nunmehr wieder kleinen Welpenaugen wird mir klar – die Welt war wirklich ungerecht zu „meinem“ Baby. Nach einem letzten Ausflug in den Garten inkl. erfolgreichen Toilettengangs beginnt sich die kleine vom Schicksal gebeutelte Hundeseele auf die wirklich wichtigen Dinge im Welpenleben zu besinnen – fressen und schlafen. Es wird zwar alles mit fiependen Lauten und gelegentlichem Weinen begleitet, aber immerhin: Der Hund versucht sich nicht mehr die Pfötchen von den Beinen zu fressen! Erschöpft schläft die kleine Bones dann endlich ein und es beginnt in den Menschen des Rudels eine neue Hoffnung zu keimen…vielleicht ist nachher alles wieder gut. Brennnesseln stehen auf jeden Fall ab nun auf der Liste der unbeliebtesten Pflanzen im Hause Stückel.
Tag 3: Damit alles seine Ordnung hat
…, wird das Welplein samt Impfpass, Versicherungsbestätigung und Trainerausweis ins Auto gepackt. Die 3-minütige Fahrt wird mit einem Soundtrack untermalt, der ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist.  Da mischt sich unter die weihnachtlichen Töne von Ö3 eine zuerst sanft erklingende, dann immer vehementer werdende Welpenstimme mit der klaren Botschaft: „Autofahren ist doof“. Nachdem die Fahrt aber nur sehr kurz ist, blickt mich Bones beinahe erstaunt an, als ich den Kofferraum öffne und siehe da – kein Erbrochenes, noch nicht einmal Sabber und schon geht´s hinaus das Gemeindeamt zu erkunden. Da gibt es Türen, die sich magischer Weise von selbst öffnen. Da gibt es Damen, die einem über den Kopf streicheln und „Mei süüüüß!“ in einer ähnlichen Tonlage ausstoßen, wie sie eben noch die Radioklänge untermalt hatte. Zwischen Welpenstreicheln, Welpeneinsammeln und noch mehr Welpenstreicheln werden die erforderlichen Unterlagen zusammengekratzt und schon bald wird beinahe feierlich die Hundemarke überreicht: 992 – Bones erhält die Nummer, die sie offiziell zur Bewohnerin der Gemeinde macht und zeigt sich gänzlich unbeeindruckt – immerhin geht es jetzt zur magischen, selbstöffnenden Tür.

Tag 4: Die Katze ist ein wundersames Tier
Dienstag, 6:30 Uhr: Das Welplein hat eine ruhige Nacht verbracht und hat es geschafft die Zeit zwischen 22:00 Uhr bis 04:30 ohne unsachgemäßen Klogang im Schlafzimmer zu verbringen. Die Freude ist groß, dass das Geschäft inzwischen zu 90% draußen verrichtet wird und jeder Erfolg wird natürlich mit einer ausgiebigen Spieleinheit belohnt. Der Jahreszeit entsprechend ist es um halb 7 Uhr Früh noch stockfinster, aber das steht der Einheit „Komm“ nicht im Weg – gibt es doch eine starke Taschenlampe im Hause Stückel, die als Scheinwerfer dienen kann. Es wird also ausgiebig getobt und das Frühstück schmeckt gleich doppelt so gut, wenn man dafür laufen darf und sich das neue Frauchen auch noch so überschwänglich über den herantrabenden bzw. herankullernden Welpen freut. Komisch wird es allerdings, wenn sich plötzlich die alte, dicke Hausherrin (Katze) in das Spiel einmischt und schon vor dem Welpen bei der Leckerlihand ankommt, um sich ihren Anteil zu sichern. Da erschrickt dann kurz das Frauchen, das sofort ein besorgniseregendes Bild vor Augen hat, das das Welplein mit einer Katzenkralle in der Nase zeigt. Die beiden Schwarzweißen unter sich rührt diese Besorgnis jedoch kaum – das Welplein forder die Katze zum Spielen auf und die Katze frisst die Hundeleckerlis, sie ist doch immerhin auch zum Frauchen gekommen: Lektion verstanden mal drei. :D

Tag 5: Welpe oder Innenarchitektin?
Fünf Tage ist das Welplein nun in seinem neuen Zuhause. Was mit ein paar räumlichen Veränderungen (Fressnische in der Küche, Box im Schlafzimmer,  Hundebett im Wohnzimmer, 1 Korb voll Hundespielzeug) begann, hat sich in kürzester Zeit zur vollkommenen „Verwelpisierung“  der gesamten Wohnung und deren Umgebung entwickelt. Leckerli liegen nun auf jeder Ablagefläche – allzeit griffbereit. Der Korb voll Hundespielzeug hat sich in ein Wohnzimmer voll Hundespielzeug und gelegentlich auch in eine Wohnung voll Hundespielzeug gewandelt – Spaß muss sein. Die Rankgitter der Gurken wurden kurzerhand zusammengeschraubt und halten nun als provisorisches Welpenauffanggitter am nicht vorhandenen Gartentor her – Sicherheit geht vor.
Und ja, einen Schukasten hat doch jeder…
Schon mehr als eine Woche ‚Bones‘! ……Über eine  Woche ist Bones jetzt schon bei uns und ihr zweites Wochenende hatte es wirklich in sich
–          2stündige Autofahrt nach Graz
–          Bekanntschaft mit Fly
–          Spaziergänge an der Schleppleine
–          Reunion mit Alma
–          Viele viele viele neue Menschen/Hunde/Geräusche/UmgebungenEhrlich gesagt, ich hatte schon ein bisschen Bauchweh und Angst die kleine Maus mit so viel Neuem innerhalb kürzester Zeit zu überfordern. Tja, wieder hat sie mich überrascht und ist durch alle Situationen erhobenen Hauptes und erhobener Rute spaziert:-          Sie hat nach den ersten 10 Minuten im Auto nicht mehr gewinselt und ab der 2. Hälfte der ersten Fahrt weder gekotzt noch gesabbert.
–          Sie hat Flys Grenzen akzeptiert und ist am besten Weg sie um den Finger zu wickeln.
–          Die Leine hat sie problemlos  akzeptiert und läuft schon brav mit.
–          Alma und sie haben einen tobenden Nachmittag in Haus und Garten verbracht und Monis Haus ein bisschen auf den Kopf gestellt.
–          Allen Menschen ist sie offen und nach kurzer Aufwärmphase meist feucht-herzlich begegnet und hat sich einfach zum Schlafen in ihr Box verzupft.

Ich bin begeistert, wie gechillt so ein junger Hund sein kann!!

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